Wie wird man eigentlich Kochbuchautorin?

Wenn ich erzähle dass ich vegane Kochbuchautorin bin kommt nicht selten die berechtigte Frage auf wie es denn dazu kam - immerhin ist das keine ganz so gängige "Berufsbezeichnung" und eine einschlägige Ausbildung gibt es dazu auch nicht.

 

Aus diesem Grund möchte ich euch heute etwas über meinen Werdegang erzählen, der viel mehr mit Zufällen, unverhofften Begegnungen und persönlicher Motivation zu tun hatte als mit einer konkreten Berufswahl, denn in der war ich anfangs definitiv rastlos :)

 

Ich hatte nach dem Absolvieren einer höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe

(mit einem Augenzwinkern auch "Knödelakademie" genannt) einige verschiedene Jobs und Ausbildungen hinter mich gebracht. Von der Zahnarzt Assistenz, über Schaufensterdekoration bis hin zur Sachbearbeitung hielt es mich nirgendwo wirklich lange und so richtig angekommen habe ich mich überhaupt nie gefühlt. Nach spätestens zwei Jahren verspürte ich den Drang wieder etwas anderes machen zu wollen.

 

Nachdem sich die Erfüllung in der Arbeitswelt trotz aller Experimentierfreudigkeit meinerseits einfach nicht einstellen wollte beschloss ich 2007 noch einmal ganz neu anzufangen. Ich entschied mich dazu die Universität unsicher zu machen und tatsächlich - nach meinem Sportjournalismus Studium fand ich die erhoffte Bestimmung im Schreiben. Die Arbeit als freie Redakteurin und Presse Assistentin machte mich endlich glücklich und kam mir kreativem Freigeist auch insofern entgegen dass ich mir meine Arbeitszeit relativ flexibel einteilen konnte und der Beruf wirklich abwechslungsreich war. Als ich 2009 vegan wurde schrieb ich immer öfter auch Artikel zu den Themen Tierrechte und Ernährung, beispielsweise über die vegane Protein Zufuhr, das Leid der Milchkühe und Veganismus und Sport.

So weit lief damals alles wie am Schnürchen und ich war mit meiner beruflichen Situation zufrieden. 

 

Als überzeugte Veganerin fiel es mir aber zusehends schwerer die Ausbeutung hilfloser Geschöpfe emotional zu ertragen. Gepaart mit der Gleichgültigkeit und Gefühlskälte welche mich bzgl. dieses Themas umgab schien mir der "Weltschmerz" oft übermächtig. Aus dem puren Gefühl der Trauer und Hilflosigkeit heraus sollte mein erstes Buch entstehen. Als ich 2010 unfallbedingt mehrere Wochen im Krankenhaus lag, quasi zur Untätigkeit gezwungen,  habe ich

"Mitleid unangebracht - vegan Leben in Österreich" geschrieben.

Es war meine Botschaft an die Welt, kurzweilig und einfach formuliert- ein Buch für jedermann/frau. Der Gedanke dahinter war dem Leser/der Leserin einen Einblick in die Beweggründe und den Alltag eines vegan lebenden Menschen zu geben. Zum Zeitpunkt des Erscheinens war das Thema Veganismus noch keinesfalls in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es war damals schon eine mittelschwere Herausforderung Sojamilch aufzutreiben und man wurde als extremer, weltfremder Sonderling angesehen.

Publiziert wurde mein erstes Buch im Eigenverlag und der Erlös kam zu 100 % dem tollen Verein www.respektiere.at zugute. Mittlerweile ist es gratis für alle interessierten Menschen unter folgendem Link zugänglich:

 

https://www.vegane-hausmannskost.com/gratis-buch/

 

Die Welle an positiver Rückmeldung welche das Buch los getreten hatte war absolut nicht absehbar und freute mich deshalb umso mehr. Doch vielen begeisterten Lesern fehlten nun nach der Erkenntnis praktische Rezepte zur Umsetzung einer veganen Lebensweise und so war die Idee zu einem ersten Kochbuch geboren. Die Arbeit zum Buch "Traditionelle Gerichte vegan zubereitet" sollte über 1,5 Jahre in Anspruch nehmen da ich neben der Rezeptentwicklung auch die Fotografie und die Recherche zu den Hintergrund Geschichten der österreichischen Speisen selbst übernahm. Herausgebracht wurde es wieder im Eigenverlag, doch es dauerte nicht lange und der Linzer Freya Verlag wurde auf das Buch aufmerksam und verlegt es nach gelungenen Verhandlungen im Herbst 2013 sehr erfolgreich unter dem Titel "Vegane Hausmannskost".

Es ist nach wie vor mein absolutes Herzensbuch, das persönlichste aller meiner Werke und voll gepackt mit kulinarischen Kindheitserinnerungen und Wohlfühlgerichten!

 

Ideen für weitere Kochbücher schwirrten mir noch zur Genüge im Kopf herum und ich war der Food Fotografie mittlerweile völlig verfallen - so entstand weniger später die "Schnelle vegane Küche - sojafrei und einfach". Die Rezepte nehmen nur 5 bis maximal 30 Minuten Gesamtzubereitungszeit in Anspruch und sind wirklich alltags tauglich.

 

In Zusammenarbeit mit meiner tollen Co Autorin Miriam Emme publizierte ich noch drei weitere tolle Kochbücher- immer mit dem Hauptaugenmerk auf Saisonalität und Regionalität sowie Rücksichtnahme auf Allergiker (Soja/Gluten):

 

* Vegane Glücksküche - soja- & glutenfrei

* Vegane Versuchung

* Regionale Winterküche - soja- & weizenfrei, vegan

 

Ich liebe jedes einzelne meiner/unserer Bücher und auch unsere Leser spüren die Liebe zum Detail in jeder Seite, jeder Fotografie und dem besonderen Layout. Wir sind stolz darauf beim Voranschreiten des Veganismus unseren ganz eigenen Beitrag geleistet zu haben.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, auch wenn es noch so abgedroschen klingt, es lohnt sich seinem Herzen zu folgen. Man braucht nur ein kleines bisschen Mut, dafür umso mehr Liebe und Begeisterung für das was man tut und dann kommt der Rest ganz von alleine.

Leben und Lernen sind Tunwörter - man muss sich einfach nur trauen!

 

Alles Liebe

eure Daniela

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Manuela (Dienstag, 14 März 2017 07:23)

    Ich liebe deine Bücher und leider nicht alle habe werde ich sie bestellen znd auch deine Gewürze versuchen.
    Ganz liebe Grüße aus der Südoststeiermark, Mel